iPad oder iPad Air: Das Dilemma
iPad oder iPad Air. Auf dem Papier ein einfaches Dilemma. Das Standard-iPad für diejenigen, die einfach ein Tablet wollen. Das iPad Air für den anspruchsvollen Nutzer. Fertig.
Aber warten Sie kurz. Der Preisunterschied von ein paar hundert Euro erzählt nicht die ganze Geschichte. Das Air hat einen M1-Chip, der leistungsstärker ist als so mancher Laptop. Während das normale iPad mit seinem A13-Prozessor problemlos jahrelang für den täglichen Gebrauch ausreicht.
Die unbequeme Tatsache? Die meisten Air-Käufer nutzen nur einen Bruchteil dieser Rechenleistung. Sie bezahlen für Geschwindigkeit, die sie nie nutzen. Es sei denn, Sie haben spezifische Pläne mit Ihrem Tablet. Dann ändert sich das ganze Bild. Denn die Unterschiede liegen nicht dort, wo man sie erwartet.
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Die echten Unterschiede zwischen beiden Modellen
Auf den ersten Blick sehen das Standard-iPad und das iPad Air fast identisch aus. Dennoch liegen die Unterschiede in entscheidenden Details, die Ihr tägliches Erlebnis bestimmen. Es geht um mehr als nur den Preis oder den Prozessor.
Das Display des Air misst 10,9 Zoll gegenüber 10,2 Zoll beim Basismodell. Kleiner Unterschied? Nicht, wenn Sie stundenlang arbeiten. Dieser zusätzliche Platz bietet etwas mehr Spielraum beim Multitasking. Das Air verfügt zudem über ein Liquid Retina-Display mit besserer Farbwiedergabe. Praktisch für alle, die Fotos bearbeiten oder Präsentationen erstellen.
Auch das Gehäuse erzählt eine Geschichte. Das Standardmodell hält am vertrauten Design mit Home-Button fest. Das Air entscheidet sich für ein modernes Gewand ohne Button, wobei Touch ID in die Ein-/Aus-Taste integriert ist. Gewichtsunterschied? Das Air ist etwa 40 Gramm leichter. Das scheint wenig, macht sich aber bemerkbar, wenn man das Tablet längere Zeit hält.
Rechenleistung unter der Motorhaube
Der A13 Bionic-Chip im regulären iPad bewältigt Apps, Videos und Spiele mühelos. Für die meisten Nutzer mehr als genug. Dennoch ist der M1-Chip im Air eine andere Geschichte. Dieser Prozessor, der ursprünglich für MacBooks entwickelt wurde, bietet etwa 50% mehr Rechenleistung.
Wann bemerken Sie diesen Unterschied? Bei schweren Aufgaben wie:
- Videos schneiden in LumaFusion
- Große RAW-Fotodateien bearbeiten
- Mehrere schwere Apps gleichzeitig ausführen
- Grafikintensive Spiele spielen
- AR-Anwendungen nutzen
Zum Netflix schauen, Mailen und Surfen? Dann bemerken Sie kaum einen Unterschied zwischen beiden Chips. Das Standard-iPad läuft jahrelang flüssig für tägliche Aufgaben.
Anschlüsse machen den Unterschied
Der Lightning-Anschluss des normalen iPad funktioniert prima, schränkt aber Ihre Möglichkeiten ein. USB-C am Air öffnet Türen. Sie können externe Displays mit bis zu 4K-Auflösung anschließen. Festplatten, Kameras und Audio-Interfaces funktionieren direkt. Das Aufladen geht schneller mit USB-C-Ladegeräten, die Sie wahrscheinlich schon für andere Geräte haben.
Auch das Zubehör-Ökosystem unterscheidet sich. Der Apple Pencil der ersten Generation für das Basismodell wird über den Lightning-Anschluss aufgeladen – was unpraktisch aus dem Tablet herausragt. Der Pencil der zweiten Generation für das Air klickt magnetisch an der Seite fest und lädt kabellos. Kleines Detail, großer Unterschied im Bedienkomfort.
Speicherplatz und Arbeitsspeicher
Beide Modelle starten bei 64GB Speicherplatz. Für diejenigen, die hauptsächlich streamen und in der Cloud arbeiten, ist das ausreichend. Laden Sie viele Apps, Spiele oder Offline-Inhalte herunter? Dann werden 256GB schnell notwendig. Das Air hat 8GB Arbeitsspeicher gegenüber 3GB im Standardmodell. Das bemerken Sie bei intensivem Multitasking – Apps bleiben länger im Hintergrund aktiv.
Kameras für verschiedene Zwecke
Die 12MP Kamera auf der Rückseite des Air macht schärfere Fotos als die 8MP Kamera des Basismodells. Wichtiger ist die Frontkamera. Beide haben ein 12MP Ultraweitwinkelobjektiv mit Folgemodus (Center Stage) – die Funktion, die Sie bei Videogesprächen automatisch im Bild hält. Das Air positioniert diese Kamera im Querformat logischer für Videotelefonie.
Akkulaufzeit und täglicher Gebrauch
Apple verspricht für beide Modelle etwa 10 Stunden Nutzung. In der Praxis halten beide dieses Versprechen locker ein. Der effizientere M1-Chip im Air verbraucht bei leichten Aufgaben etwas weniger Strom. Bei hoher Belastung arbeitet der leistungsstärkere Prozessor hingegen härter und verbraucht mehr. Der Unterschied? Für die meisten Nutzer vernachlässigbar.
Wer wählt welches Modell?
Das Standard-iPad passt perfekt zu:
- Studenten, die Notizen machen und recherchieren
- Familien, die ein gemeinsames Tablet suchen
- Senioren, die digital Kontakt halten wollen
- Kindern für Lern-Apps und Unterhaltung
- Allen, die einen zweiten Bildschirm für Basisaufgaben suchen
Das iPad Air exzelliert für:
- Kreative, die zeichnen, entwerfen oder Content erstellen
- Profis, die unterwegs produktiv sein wollen
- Studenten mit anspruchsvollen Studiengängen (Architektur, Design, Ingenieurwesen)
- Kleinunternehmer, die ein Gerät für alles wollen
- Technikliebhaber, die die neuesten Features schätzen
Zukunftsperspektive
Software-Updates bleiben für das Air dank des leistungsstärkeren Chips länger verfügbar. Neue iPadOS-Funktionen, die viel Rechenleistung erfordern, laufen möglicherweise nur auf dem M1. Denken Sie an Stage Manager für fortgeschrittenes Multitasking. Das Standardmodell erhält noch jahrelang Updates, wird aber künftig möglicherweise neue Funktionen vermissen.
Der USB-C-Anschluss des Air bleibt relevant. Lightning verschwindet langsam aus dem Apple-Ökosystem. In einigen Jahren finden Sie möglicherweise kein Lightning-Zubehör mehr. USB-C ist der Standard für die kommenden Jahre.
Finanzielles Bild
Der Preisunterschied beträgt etwa 250 Euro bei vergleichbarer Speicherkapazität. Rechnen Sie das Zubehör dazu. Ein Magic Keyboard für das Air kostet mehr als ein Smart Keyboard für das Basismodell. Der Apple Pencil der zweiten Generation ist teurer als der der ersten. Der Gesamtunterschied summiert sich auf 400 Euro oder mehr.
Refurbished zu kaufen spart deutlich ohne Qualitätsverlust. Ein gebrauchtes Air vom Vorjahr kostet oft so viel wie ein neues Standard-iPad. Das macht die Wahl für preisbewusste Käufer interessanter.
Praktische Überlegungen
Überlegen Sie, wo Sie das Tablet nutzen. Zu Hause auf dem Sofa? Dann reicht das Basismodell aus. Viel unterwegs? Das leichtere Air fühlt sich in der Tasche oder im Rucksack angenehmer an. Arbeiten Sie mit speziellen Apps? Prüfen Sie, ob diese die zusätzliche Kraft des M1 nutzen.
Testen Sie beide Modelle in einem Geschäft. Fühlen Sie den Gewichtsunterschied. Erleben Sie den Unterschied zwischen Touch ID im Home-Button gegenüber der Ein-/Aus-Taste. Kleine ergonomische Unterschiede bestimmen Ihre tägliche Zufriedenheit mehr als rohe Spezifikationen.
Die richtige Wahl treffen
Die Wahl zwischen einem refurbished iPad und einem iPad Air dreht sich um eine einfache Frage: Was werden Sie damit machen?
Für den täglichen Gebrauch – Streamen, Surfen, Videotelefonie – ist das Standard-iPad mehr als ausreichend. Dieser M1-Chip im Air zahlt sich nur bei Videobearbeitung, Grafikdesign oder schwerem Multitasking aus.
Überlegen Sie also zuerst, was Sie brauchen, und schauen Sie erst dann auf die Preisschilder. Denn das beste iPad ist nicht das leistungsstärkste, sondern dasjenige, das zu Ihrer Nutzung passt.